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Kalkulation der Nutzungsrechte anhand eines Logos

kalkulation von Nutzungsrechten

Anhand eines logos erklärt

Warum müssen Nutzungsrechte erworben werden?

Ich als Designerin verrichte Dienstleistungen für dich als Kunde, ich wende Arbeitszeit auf, die ich nach Stunden oder nach einem Pauschalpreis berechne. 

Ein Logo wird zum Beispiel mit einem Pauschalpreis berechnet und beinhaltet die reine Arbeitsleistung, sprich Beratungen, Ideensammlung, Skizzen, die Umsetzung von drei Entwürfen am PC, die Korrekturrunden und die Finalisierung inklusive der Ausgabe der Dateien in passenden Formaten.

 

Das Logo muss im Idealfall nicht nur farbig, sondern auch schwarz-weiß und in allen möglichen Produktionsweisen umsetzbar sein. Sowohl ein kleines Mini-Favicon als auch ein großformatiger Bannerdruck oder eine Folierung sollten machbar sein. Dafür entstehen bei einigen Logos noch zusätzliche Varianten, die erstellt werden müssen. Das alles ist in diesem Pauschalpreis enthalten.

 

Jetzt kommt aber die Krux an der Geschichte.

 

Ein Logo ist mehr als nur eine einfache Leistung. Bei einem Flyer ist absehbar, dass er einmalig genutzt wird und nach einem Jahr wieder geändert werden muss. Zudem erreicht er nur eine gewisse Zielgruppe. 

 

Ein Logo jedoch ist DAS Aushängeschild deines Unternehmens. Es muss perfekt zu dir passen und wird auf all deinen Materialien dargestellt. Sei es auf deiner Website, deinen Print-Produkten, auf Etiketten von Produkten, die du anbietest usw. Es schafft einen Wiedererkennungswert, den nur du besitzt. Gepaart mit deinem Corporate Design erschaffst du so eine Marke, die dir im Idealfall zu weiteren Kunden verhilft. 

Diese Nutzungsmöglichkeiten stellen somit einen eigenständigen Vermögenswert dar, da du durch die gewonnene Außendarstellung Kunden gewinnen und Einnahmen generieren kannst.


So werden Nutzungsrechte berechnet

Der Urheber eines Designs, in diesem Fall ich, ist durch das deutsche Urheberrecht geschützt. Sobald etwas "Künstlerisches" geschaffen wird, ist dieses Werk geschützt und ist nicht veräußerlich. Jedoch können vom Urheber, also von mir, Nutzungsrechte an dich als Kunde vergeben werden.

 

Aus diesen Nutzungsrechten ergibt sich dann bei der Kalkulation eine gewisse Summe.

Du bezahlst nur die Rechte die du wirklich brauchst und durch den Nutzungsfaktor können die Kosten individuell angepasst werden.
So zahlst du immer nur für das, was wirklich Sinn ergibt. Warum solltest du zum Beispiel für voll umfängliche Rechte für die weltweite, zeitlich unbegrenzte Nutzung zahlen, wenn du ein Einzelunternehmer bist, der in einem kleinen Dorf einen Friseur-Salon besitzt und nicht vor hat, zu expandieren? ;)

 

Die Nutzungsvergütung lässt sich anhand der Nutzungsfaktoren individuell ermitteln. 

Der Netto-Preis des Logos wird in der Regel mit dem Faktor multipliziert und dann mit dem Preis des Logos noch einmal addiert.
Diese Faktoren sind von der Allianz Deutscher Grafiker empfohlen. www.agd.de/

 

Nutzungsart 

einfach¹ ausschließlich²

0,2           1,0

 

¹) Der Auftraggeber kann den Entwurf nutzen; der Entwerfer darf auch weiteren Personen Nutzungsrechte einräumen

 

²) Der Auftraggeber ist allein nutzungsberechtigt.

 

Nutzungsgebiet

regional  national  europaweit  weltweit

0,1           0,3           1,0                 2,5

 

Nutzungsdauer 

1 Jahr  5 Jahre  10 Jahre  unbegrenzt

0,1        0,3          0,5            1,5

 

Nutzungsumfang³ 

gering  mittel  groß  umfangreich

0,1        0,3       0,7     1,0

 

³) Der Nutzungsumfang richtet sich z.B. nach der Auflagenhöhe, der Zielgruppengröße usw. Es ist auch von Bedeutung, ob ein Entwurf nur für einen Flyer oder für mehrere Materialien genutzt wird.
Bei einem Logo liegt der Umfang meist bei umfangreich.

 

Beispiel für ein Logo, das für eine weltweit agierende Marke stehen soll: 

- Nutzungsart: ausschließlich, Faktor 1,0

- Nutzungsgebiet: weltweit, Faktor 2,5

- Nutzungsdauer: unbegrenzt, Faktor 1,5

- Nutzungsumfang: umfangreich, Faktor 1

 = Faktor 6

 

Das würde den Preis in eine ganz schön teure Angelegenheit verwandeln. 

Daher ist der Faktor so entscheidend. Wenn du dein Logo zum Beispiel nicht weltweit, sondern nur in

Deutschland verwendest, würdest du den Faktor schon deutlich verringern. Die Nutzungsdauer kann ebenfalls gesenkt werden, z.B. auf 5 Jahre. Danach steht dann vielleicht auch ein Relaunch an ;)

 

Der Faktor läge dann nur noch bei Faktor 2,6


Beispielrechnung

 Wenn ein Logo beispielhaft 1000,00 € netto kostet und mit Faktor 2,6 gerechnet wird:

 

Nutzungsgebühr:
1000,00 € x Faktor 2,6 = 2600,00 € x 1,07 = 2782,00 € brutto 

Nutzungegbühren werden mit 7 % versteuert.

 

Vorherige Entwurfsgebühr:
1000,00 € x 1,19 = 1190,00 €

Die Entwurfsgebühr wird mit 19 % versteuert.

 

Der Gesamt-Bruttobetrag wären also

1190,00 € + 2782,00 € = 3972,00 € brutto 

 

All diese Berechnungen sind natürlich nur empfohlene Richtwerte. 

Ich arbeite viel mit Gründer/innen zusammen, die sich ein solch teures Logo nicht leisten können. 

Daher berechne ich für ein Logo inklusive aller Daten für jeden Kunden und seinen Bedarf den entsprechenden Preis individuell. Das gilt dann auch für die Nutzungsrechte. Dazu kann ich aber sagen, dass ich die Nutzungsrechte nicht ganz nach den Vorgaben der AGD berechne, sondern darunter liege, damit sich auch Gründer und kleine Unternehmen das Design eines professionellen Logos leisten können.

 

Zudem erhältst du als Neukunde bei mir einen Rabatt von 10%. Solltest du mehrere Leistungen buchen wollen, erstelle ich dir auch gerne ein individuelles Paket-Angebot.

Kommentare: 2
  • #2

    Jenny // Moderator (Donnerstag, 17 September 2020 10:27)

    Liebe Marie,
    danke für dein liebes Feedback und sehr toll, dass du den Artikel gelesen hast!
    Wenn du mal Fragen hast, melde dich sehr gern :)

    Liebe Grüße
    Jenny

  • #1

    Marie (Mittwoch, 16 September 2020 20:40)

    Puh! Dann sind ja die Nutzungsrechte teuerer als das Logo selber. Ich stimme dir zu: wer soll das zahlen? Ich mag deine Lösung�

    Liebe Grüße aus der Klangdesign-Ecke
    Marie